Die Prostata

Prostata

Die Prostata ist ein drüsiges Organ, das vor der Blase liegt und die Harnröhre umschließt. Die Aufgabe der Prostata ist, das für das Überleben der Samenfäden (Spermien) notwendige, energiereiche Sekret zu produzieren.

Es gibt drei verschiedene Gruppen von Erkrankungen der Prostata: die gutartige Prostatavergrößerung, die Prostataentzündung und der Prostatakrebs.

Diese Erkrankungen sind prinzipiell unabhängig voneinander. Auch kann aus einer gutartigen Vergrößerung oder durch eine Entzündung primär kein Krebs entstehen.

Die gutartige Prostatavergrößerung

Fast alle Männer entwickeln im Laufe ihres Lebens eine mehr oder minder ausgeprägte gutartige Prostatavergrößerung. Das bedeutet aber nicht, dass diese unbedingt behandelt werden muss aber bei ca. einem Drittel aller Männer ist eine Therapie erforderlich.

Die Prostata besteht aus verschiedenen Zonen. Um die Harnröhre liegt die T- (Transitional-) Zone. Außen, zum Enddarm hin gelegen, findet sich die P-(periphere) Zone. In der T-Zone entsteht durch eine Gewebswucherung die gutartige Prostatavergrößerung. Durch die Volumenzunahme kommt es zu einer Einengung des hinteren Teils der Harnröhre und somit zu einer Behinderung des Urinabflusses aus der Blase. Durch die mechanische Abflussbehinderung resultieren typische Symptome:

  • Abschwächung des Harnstrahls
  • Startverzögerung und Nachträufeln
  • Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung (Restharnbildung)
  • Zweizeitiges Wasserlassen


Die Blase reagiert auf dieses Hindernis Prostata, indem die Blasenmuskulatur verstärkt wird. Es entwickelt sich durch die verdickten Muskelzüge eine sogenannte Balkenblase. Durch eine Imbalance von Nerven– und Muskelgewebe sind die Reizsymptome bedingt:

  • Nächtliches Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen in kleinen Portionen

Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung 

Eine Therapie ist immer dann notwendig, wenn uns objektive Gründe dazu zwingen (wiederkehrende Harnverhalte, Harnstauungsnieren, Entzündungen ect.) oder dann, wenn der Patient durch die Art des Wasserlassens in seiner Lebensqualität beeinträchtigt ist.

An medikamentöser Therapie stehen pflanzliche Präparate, Alphablocker und 5-Alphareduktase Inhibitoren zur Verfügung, die meist im Sinne eines Stufenplans eingesetzt werden. Die effektivste Therapie ist die Kombination der letztgenannten Medikamentengruppen.
Sind diese Medikamente nicht zufriedenstellend wirksam, bleiben nur die instrumentellen Maßnahmen (operative Eingriffe). Goldstandard ist nach wie vor die transurethrale Elektroresektion der Prostata (TUR-P). Aber auch verschiedene Laserverfahren zeigen gute Erfolge. In wieweit neuere Verfahren (UroLift®, Prostataembolisation ect.) die Standardverfahren für bestimmte Patientengruppen ergänzen oder ersetzen können, muss abgewartet werden.

  • Die Entscheidung welches Verfahren zur Anwendung kommt, muss nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, in einen ausführlichen Beratungsgespräch erfolgen.

Der Prostatakrebs

Prostatakrebs

Der Prostatakrebs ist mit ca. 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland die häufigste Krebsart des Mannes. 
Die Besonderheit dieser Tumorerkrankung ist der extrem unterschiedliche klinische Verlauf. Während ein Großteil der Prostatakrebse nur sehr langsam voranschreitet und in Regel nicht behandelt werden muss, existieren auch Varianten des Tumors, die sehr schnell wachsen und auch dann Streuherde (Metastasen), in der Regel im Skelettsystem, bilden. Diese Krebse müssen frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. 

Ein Tumor, der bereits Streuherde gebildet hat, ist ursächlich in der Regel nicht heilbar. Der gesamte Krankheitsverlauf lässt sich aber durch verschiedene Maßnahmen günstig beeinflussen. 

An Früherkennungsmaßnahmen stehen uns, neben der Tastuntersuchung der Prostata, die Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) und seiner Untergruppen zur Verfügung. Obwohl die PSA Bestimmung in der Öffentlichkeit oft kontrovers diskutiert wird, ist sie doch ein wesentlicher Baustein in der Prostatakrebsdiagnostik. Der Einsatz dieser Bestimmung muss aber, nach Diskussion über Nutzen und Risiken, mit Augenmaß und "Fingerspitzengefühl" erfolgen. 
Ergänzt werden können diese diagnostischen Maßnahmen durch die Ultraschalluntersuchung der Prostata vom Enddarm (transrektaler Ultraschall= TRUS) aus oder, in speziellen Fällen, auch durch eine Multiparameter Kernspinuntersuchung (MRT). 

Liegt der Verdacht auf das Vorliegen eines relevanten Prostatakrebses vor, muß immer dann, wenn die Diagnose Prostatakarzinom für den Patienten eine Bedeutung hat, die Abklärung über eine Biopsie erfolgen. Die Biopsie sollte als Mehrfachbiopsie (ca. 12 Stanzen) unter transrektaler Ultraschallkontrolle erfolgen. Die Biopsie kann über den Enddarm oder den Damm durchgeführt werden. Unter besonderen Umständen kann zuvor eine Kernspinuntersuchung der Prostata erfolgen, um den verdächtigen Herd genauer zu lokalisieren.

Welche Behandlung für welchen Patienten?

Das Ergebnis der Biopsie bringt wichtige Informationen: 

  • handelt es sich überhaupt um einen Prostatakrebs?
  • wie ausgedehnt ist ein möglicherweise vorhandener Krebs (Tumoranteil in den Stanzen)?
  • wie aggressiv ist der Krebs (Gleason Score, ISUP)?


Zusammen mit anderen Information, wie Alter und Allgemeinzustand des Patienten und der Höhe des PSA Wertes, kann die Entscheidung über ein sinnvolles Vorgehen getroffen werden.

Das Behandlungsspektum reicht vom abwartenden Verhalten über eine medikamentöse Therapie bis hin zur Radikaloperation der Prostata oder einer Bestrahlung mit ihren verschiedenen Varianten. Der Stellenwert "neuerer" Therapieverfahren kann noch nicht abschließend beurteilt werden.

  • Die Entscheidung über das Vorgehen hängt, neben den oben erwähnten Parametern, natürlich auch von den Wünschen und Vorstellungen des Patienten ab. Diese Entscheidung kann nur im Rahmen einer differenzierten, ausführlichen Besprechung mit dem Patienten (und gegebenenfalls den Angehörigen) getroffen werden.