Nierentumor
Der Nierentumor (Nierenzellkarzinom) steht mit ca. 10.000 Neuerkrankungen pro Jahr beim Mann an 6. Stelle und mit 5.500 Fällen bei der Frau an 11. Stelle der Krebshäufigkeit in Deutschland. Frühsymptome fehlen bei dieser Erkrankung. Aus diesem Grunde werden heutzutage die meisten Nierentumore als Zufallsbefund bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Die so gefundenen Tumore sind meist klein und haben eine gute Prognose. Die Therapie der Wahl ist die operative Entfernung des Tumors. Bei kleineren Tumoren (≤4 cm) gelingt das meist Organ- (Nieren-) erhaltend. Auch bei größeren Tumoren ist ein Nierenerhalt oft möglich. Ist der Tumor größer oder ist eine Resektion des Tumors technisch nicht möglich, muss die Niere komplett entfernt werden.
Sollte der Tumor bei Diagnosestellung bereits Streuherde (Metastasen) gebildet haben, oder treten diese im weiteren Krankheitsverlauf auf, sollte immer überprüft werden ob die Metastasen chirurgisch entfernt werden können. Ist dies nicht möglich, so stehen heute effektive medikamentöse Behandlungsmethoden zur Verfügung. Diese relativ neuen Medikamente greifen in den Prozess der Blutgefäßneubildung der Tumore ein oder sie aktivieren das körpereigne Immunsystem um eine effizientere Immunreaktion gegen den Tumor zu erzielen. Auch Kombinationstherapien werden eingesetzt.
Welche Therapieverfahren sinnvollerweise zum Einsatz kommen, hängt von einer Reihe von Faktoren (z.B. Tumortyp) ab und muss individuell entschieden werden.